Die STK-Weingüter aus der Steiermark
12 ambitionierte Winzer haben sich vor über 15 Jahren zusammengetan, um die Vielfalt des Steirischen Weins auf das internationale Parkett zu befördern.
Das Weinland Steiermark
Die Steiermark – Österreichs grünes Herz – ist nicht nur für malerischen Landschaften, Kürbiskernöl und Apfelstrudel, sondern auch für traditionelle Weinbaukultur höchster Güte bekannt. Seit 2010 haben sich zwölf visionäre Winzer aus der südlichsten Weinregion Österreichs zusammengeschlossen, um die einzigartigen Lagen und Rebsorten der Südsteiermark in den Fokus zu rücken. Das Ziel: Weine von Weltklasse zu schaffen, die das Terroir pur zum Ausdruck bringen.
Von links oben nach rechts unten: Schloss Kapfenstein mit vorgelagerter Ried Kirchleithen im Vulkanland (©Winkler-Hermaden), Ried Sulz nahe der slowenischen Grenze (©Tement), Winzer Hannes Sabathi im betrieblichen Barrique-Keller bei Gamlitz (©Hannes Sabathi), Josef und Maria Gross am Nussberg (©Gross)
Das Besondere am steirischen Wein
Die Kombination aus extremen Steillagen, kargen Böden und einem Klima, das zwischen alpiner Frische und pannonischer Wärme schwankt, zeichnet den steirischen Wein aus. Hier, wo die Reben oft nur per Hand bearbeitet werden können, entstehen Weine von atemberaubender Präzision, Mineralität und Tiefe.
Zwischen Alpenraum und Pannonien
Die Steiermark liegt im Spannungsfeld zweier Klimazonen: Während von Westen her kühle Alpenwinde wehen, bringt der Osten pannonische Trockenheit und Wärme mit sich. Diese Gegensätze prägen den Charakter der Weine: Die Weststeiermark wird durch überaus mineralische Weine mit stahliger Säure definiert, in der Südsteiermark sorgt der zusätzliche adriatische Einfluss für kräftige Säure mit vitalen Aromen, nach Osten hin entstehen im Vulkanland Weine mit etwas mildere Säure und dominanterer Würze, die bereits eine Nähe zum pannonischen Becken erahnen lassen.
In West- und Südsteiermark dominieren Böden bit Kalk-, Schiefer- und Schotteranteilen, die den Weinen elegante Mineralität und straffe Säure verleihen. Im Vulkanland hingegen sorgen vulkanische Böden mit Basalt und Tuff für würzige Tiefe und kraftvolle Struktur.
Steile Lagen, Harte Arbeit
Die Weinberge klammern sich an steile Hänge mit Neigungen von bis zu 70 %. Maschinen haben hier oft keine Chance. Die meisten steirischen Rebstöcke werden daher per Hand gelesen und jede Traube bei der Lese einzeln selektiert. Und diese mühevolle Arbeit lohnt sich: Die extremen Lagen sorgen für konzentrierte Aromen, eine lebendige Säure und eine mineralische Tiefe, die steirische Weine unverwechselbar macht. Meist gilt: „Weniger ist mehr“ – Spontanvergärung, lange Hefelagerungszeiten und minimale Eingriff, erzeugen dezidiert Terroir-betonte aromatische Weine.
Weißwein von Weltklasse
Die Steiermark ist ganz klar ein Weißweinland. Insbesondere der Sauvignon Blanc entfaltet in den kühlen, niederschlagsreicheren Regionen sein volles Potenzial. Die Weine glänzen mit Aromen von Stachelbeere, Holunderblüte und einer elektrisierenden Mineralität, die an feuchten Stein erinnert.
Daneben zeigt vor allem der Morillon (Chardonnay) auf, was in den steirischen Böden steckt: In den besten Lagen reift die Burgundersorte zu komplexen Weinen mit Noten von reifen Äpfeln, Haselnuss und einem Hauch von Butterkaramell heran.
Ansonsten fühlen sich noch mehrere andere Weißweinsorten in der Region wohl: Weißburgunder mit blumigen und nussigen Anklängen, Grauburgunder mit cremiger Textur, Gelber Muskateller mit intensiver Holunder- und Tropenaromatik. Auch Riesling und Welschriesling finden hier ideale Bedingungen, ebenso der Gewürztraminer, der besonders im südoststeirischen Klöch ganz hervorragend gedeiht. Ebenfalls nicht unerwähnt lassen sollte man den weststeirischen Schilcher – ein Rosé aus der Rebsorte Blauer Wildbacher, der besonders als Jungwein jährlich für Furore sorgt und auf keinem steirischen Herbstfestl fehlen darf.
Die STK-Qualitätsstufen
Inspiriert von internationalen Vorbildern wie dem AOP- oder dem VDP-System folgen die STK-Winzer einer dreistufigen Qualitätshierarchie:
- Gebietsweine sind sortentypische Basis-Weine, die die Vielfalt der Steiermark widerspiegeln. Sie sind ideal für Gelehenheitsgenießer.
- Ortsweine betonen klar ihre Herkunft aus bestimmten Gemeinden und zeigen entsprechend schon mehr Terroir-Charakter. Die Unterschiede sind auch für Laien klar erkennbar, was sie zu idealen "Rumprobier"-Weinen macht.
- Riedenweine (1STK & GSTK): Die Spitzenklasse. 1STK steht für Erste Lagen mit ausgeprägtem Terroir während GSTK (Große STK) die absoluten Top-Lagen bezeichnet. Diese Weine haben eine große Aromendichte, viel Komplexität und meistens hervorragendes Lagerpotenzial.
Alle STK-Winzer müssen sich an die strengen Richtlinien der jeweiligen Klassifizierung halten – von der Wahl der Rebsorten, über Handlese und spontane Gärung bis hin zur vorgegebenen Reifedauer.
Die Qualitätsstufen der STK-Weingüter (©www.stk-wein.at)